Komplexe Strukturen gezielt verproben
Organisationsarchitektur Prototyping
Organisation (um)bauen?
Aber erst testen!
Organisationen sind wie ein Bienenstock: hochkomplex, voller Bewegung – und voller Wechselwirkungen. Wenn Strukturen oder Prozesse nicht mehr passen, reicht es selten, ein Konzept zu schreiben. Denn im Alltag zeigt sich schnell: Es kommt auf das Zusammenspiel an.
Wenn eine strukturelle Weiterentwicklung ansteht – z. B. neue Rollen, Schnittstellen, Abläufe oder Formen der Zusammenarbeit – erleben Organisationen häufig zwei Extreme:
- Entweder es wird lange geplant: Zielbild, Soll-Prozess, Organigramm – und viele Abstimmungen.
- Oder es wird pragmatisch „irgendwie umgesetzt“ – und im Alltag entstehen neue Reibungen, Unsicherheit oder Doppelarbeit.
Der OrgPrototyp ist unsere Organisationswerkstatt: Sie skizzieren, was die neue Zielorganisation leisten soll, und gemeinsam entwickeln wir daraus eine erste Struktur-Hypothese. Diese wird nicht am Reißbrett perfektioniert, sondern im Organisationsalltag erprobt und anschließend Zyklus für Zyklus weiterentwickelt.
So entstehen Strukturen und Prozesse, die tragen: Baustellen werden früh sichtbar, wichtige Fragen werden geklärt und die Ausrichtung kann real verprobt werden – bevor sie groß ausgerollt wird.
Kurz erklärt: Wie läuft das ab?
Bevor die Entwicklungszyklen starten, schaffen wir in einer Auftragsklärung gemeinsam ein stabiles Fundament. Wir klären, welche Wirkung die neue Zielorganisation entfalten soll, welches Problem sie lösen muss und woran Sie am Ende erkennen, dass die neue Struktur tatsächlich hilfreich ist. Ebenso definieren wir, wo realistisch erprobt werden kann – also in welchem Bereich, Prozess oder an welcher Schnittstelle die neue Struktur im Alltag getestet werden soll. Dabei berücksichtigen wir auch die wesentlichen Rahmenbedingungen wie Zeit, Beteiligung und Grenzen – und legen fest, wie Rückkopplung, Dokumentation und Entscheidungen im Verlauf organisiert werden.
Optional lässt sich diese Klärung sehr gut mit unserem Format „Das Problem hinter dem Problem“ kombinieren, insbesondere dann, wenn das zugrundeliegende Spannungsfeld zunächst noch präziser herausgearbeitet werden soll. Auf dieser Grundlage starten anschließend die eigentlichen Entwicklungszyklen.
Hypothesen bilden bzw. schärfen
Welche Struktur-/Prozessidee könnte das Problem lösen bzw. schärfen
Idee konkretisieren & Prototyp bauen
Rollen, Abläufe, Entscheidungswege so definieren, dass sie ausprobiert werden können. ………….
Testen & Erkenntnisse sammeln
Erproben im realen Alltag (Pilotbereich / reale Zusammenarbeit) und Erkenntnisse dokumentieren.
Auswerten & nächster Zyklus vorbereiten
Was wirkt? Wo hakt es? Was muss geklärt oder neu gedacht werden?
Danach startet der nächste Zyklus: Hypothesen werden nachgeschärft, ergänzt oder neu gebildet und der Organisations-Prototyp wird weiterentwickelt.
Eines unserer Prototyping-Projekte
In der Landesverwaltung Mecklenburg-Vorpommern wird ein Vorhaben umgesetzt, das die Organisation und Steuerung des OZG-Programms strukturell weiterentwickelt. Im Zentrum steht dabei ein Prototyp der OrgProgrammstruktur: eine erste, arbeitsfähige Organisations- und Programmstruktur, die zeigt, wie Rollen, Verantwortlichkeiten, Schnittstellen und Entscheidungswege im OZG-Programm künftig wirksamer gestaltet werden können.
Statt ein vollständiges Zielbild am Reißbrett zu entwerfen, wird die Struktur als Hypothese aufgebaut und in der Praxis verprobt. Dadurch werden zentrale Baustellen früh sichtbar, wichtige Steuerungs- und Kooperationsfragen können geklärt werden – und es entsteht eine belastbare Grundlage, um die OrgProgrammstruktur schrittweise zu stabilisieren und auszubauen.
Kurz: Mecklenburg-Vorpommern entwickelt mit dem OrgPrototyp eine tragfähige, erprobte Organisationsstruktur für das OZG-Programm, die anschlussfähig ist und reale Umsetzung ermöglicht.
Was Sie am Ende davon haben
Nach 2–3 Zyklen verfügen Sie über eine erprobte Strukturhypothese für Ihre Zielorganisation und damit über eine Grundlage, die nicht nur plausibel klingt, sondern im Alltag funktioniert.
Konkret haben Sie:
- eine geschärfte ZIelrichtung: „Was soll die neue Struktur eigentlich lösen?“
- einen Organisations-Prototyp – z. B. für
- Prozesslogik (End-to-End oder Teilprozess)
- Entscheidungswege & Governance
- Routinen der Zusammenarbeit
- dokumentierte Erkenntnisse aus der Erprobung: Was trägt? Was hakt? Was braucht mehr Klarheit?
- eine klare Entscheidungsgrundlage, um zu skalieren
Der Organisations-Prototyp kann danach z. B. bereits…
- in einem Bereich stabil weitergenutzt und schrittweise ausgeweitet werden
- als Orientierung für weitere Teams/Einheiten dienen
- als Grundlage für Umsetzung, Beteiligung und Mitbestimmung genutzt werden
- in weiteren Zyklen weiterentwickelt werden (wenn noch offene Baustellen sichtbar sind)
Wichtig: Das Ziel ist nicht die perfekte Zielorganisation auf Papier, sondern eine Organisation, die funktioniert und weitergebaut werden kann.
Für wen eignet sich das Vorgehen?
OrgPrototype eignet sich für Organisationen, die Strukturen und Prozesse weiterentwickeln müssen, aber keine Lust auf monatelange Konzeptphasen oder riskante „Big-Bang“-Umstellungen haben. Besonders wirksam ist das Format, wenn Rollen unklar sind, Schnittstellen haken, Entscheidungen zu lange dauern oder Zusammenarbeit zu viel Energie kostet. Statt die perfekte Zielorganisation am Reißbrett zu entwerfen, entwickeln und erproben Sie in OrgPrototype eine tragfähige Strukturhypothese: realistisch, anschlussfähig und Schritt für Schritt ausbaufähig.
Sie interessieren sich für den OrgPrototypen?
Wenn Sie mehr zu unserem Vorgehen im Bereich der Organisationsentwicklung wissen möchten, dann kontaktieren Sie uns über das folgende Kontaktformular.
Wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen!